auf den spuren der situationisten.

DÉRIVE REGENSBURG

Die Kunst des Flanierens ist eng mit dem Stadtbegriff verbunden – sonst wär’s ja wandern. Nicht nur Walter Benjamin, auch die französischen Situationisten konnten dem Rummäandern in der Stadt viel abgewinnen: sie entwickelten das von Guy Debord geprägte „Dérive“ weiter, eine Technik der andersartigen Wahrnehmung der Stadt. Bis heute erfreuen sich Nachfolger des Dérive, zum Beispiel das Fassadenklettern oder Parkour, großer Beliebtheit.

Also sind wir auch flaniert und haben sommerliche Stadtführungen veranstaltet, mit jeweils spezifischen Aufgaben, um die Stadt mit neuen Augen zu sehen. Wir waren bei Nacht unterwegs, um die lautesten, leisesten, hellsten und dunkelsten Orte in der Stadt zu finden; haben Leute nach ihren Lieblingsplätzen befragt, um dort angekommen wieder neue Leute danach zu fragen, wo es ihnen in Regensburg gut gefällt. Wir haben wilde Tiere durch den Großstadtdschungel laufen lassen und haben uns fiktive Biografien echter Ehrenbürger:innen ausgedacht mit dem, was wir in der Stadt gefunden haben. Wir haben die Ankh-Morporker Oper genauso lokalisieren können wie den Champs-Élysées und haben uns als Botaniker:innen und generelle Forscher:innen des wilden Stadtraums betätigt. Es war eine Sause!

Fotos: Stefan Effenhauser, Stadt Regensburg

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